Pflege ist Profession!

Eine Pflegefachkraft mit Haltung

Cornelia Wewers (30) hat etwas, was so mancher Pflegekraft in der Altenpflege fehlt: eine professionelle und positive Haltung zum Beruf!

Ganz kurz beschrieben lief der berufliche Werdegang von Cornelia Wewers folgendermaßen: Sie ist gelernte Mikrotechnologin, hat dann in einem Call Center gearbeitet und in diesem Beruf zum ersten Mal Kontakt mit Kunden gehabt. Daraufhin ist der Wunsch entstanden, in die Altenpflege zu gehen. Die Langversion lautet so: „Der Beruf in der Mikrotechnologie war zu langweilig, und ich konnte aus meiner Ausbildung nichts in meinem Beruf verwenden“, berichtet Cornelia Wewers. Aus privaten Gründen zog sie zunächst von Berlin nach Erfurt und kam dann nach Münster. Hier brauchte sie einen Job.

Mehr als satt und sauber

Die Entscheidung für die Altenpflege stillte zunächst das Bedürfnis nach einem sicheren, zukunftsorientierten Job – denn hier werden Leute gesucht. Bei dem Johanniter Fachseminar für Altenpflege wurde sie gut beraten  – sowohl ob sie eher der Typ für die ambulante oder stationäre Pflege seiund welcher Träger gut zu ihr passen könnte. „Ich hatte eine sehr gute Schulleitung, die uns Schülern ganz klar aufgezeigt hat, dass Pflege eine Profession ist. Je professioneller wir uns im Beruf darstellen, umso professioneller vermitteln wir ein richtiges Bild nach außen. Wir sind ein eigenständiger Bereich im Rahmen der medizinischen Versorgung – und das ist weit mehr als nur satt und sauber.“

Rückblickend sagt sie: „Das, was ich in der Ausbildung gelernt habe, konnte ich auch im pflegerischen Alltag anwenden. Er wurde zu dem Beruf, der mir am meisten liegt.“

Cornelia Wewers lernte mehrere Häuser kennen, bevor sie als Pflegefachkraft im Altenwohnheim St. Lamberti durchstartete, einem Haus der Caritas in Münster. Der Beruf hat sie sehr geprägt: „Er hat mich reifen lassen und geerdet“, sagt sie. „Der Job hat mir gezeigt, worauf man den Fokus im Leben legen sollte, weil man sieht, wie schnell das Leben einen anderen Verlauf nehmen kann. Familie ist mir sehr wichtig. Und es ist wichtig, dass ich nicht nur auf andere achte, sondern auch auf mich acht gebe. Denn ich kann nur helfen, solange es mir selbst gut geht. Mir fällt es leichter, Hilfe zu geben als sie anzunehmen. Umso wichtiger ist es für mich, mir einen Ausgleich zu schaffen und zur Ruhe zu kommen.“

Und eine weitere Veränderung nahm sie an sich wahr: Sie wurde zum Teamplayer. Früher war sie eher introvertiert und eigenbrödlerisch, konnte anderen Menschen nicht gut die Hand geben. Das hat sich völlig verändert – und hat auch etwas mit ihrer beruflichen Haltung zu tun, wie sie sagt. „Ich bin viel offener und kann heute auch körperliche Nähe zulassen, weil das unser Beruf immer wieder erfordert. Ich kann jemanden in den Arm nehmen, wenn er traurig ist oder sich freut – dazu gehört eine gewisse Haltung, weil es der Beruf von uns erfordert. Ich bin immer noch etwas zurückhaltend, eher aber aus der beobachtenden Perspektive“, berichtet sie.

Täglich bis zu 14.000 Schritte

„Für den Job benötigt man eine gewisse Grundfitness“, erklärt Cornelia Wewers. „Deshalb empfinde ich das Klischee vom dicken Altenpfleger als sehr überholt. Ich selber laufe pro Schicht zwischen 10.000 und 14.000 Schritte. Außerdem braucht man eine unglaublich starke Psyche. Denn wer andere pflegt, muss sich auch selber pflegen.“

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