
Mobilität ist auch Pflegepolitik
In seiner aktuellen Stellungnahme zur möglichen Nutzung von Bussonderfahrstreifen durch ambulante Pflegedienste verweist Stadtbaurat Robin Denstorff auf die wichtige Funktion der Busspuren für einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr und die damit verbundenen Herausforderungen einer zusätzlichen Freigabe.
Diese Einschätzung zeigt, wie komplex die Abwägungen in der Verkehrsplanung sind. Aus unserer Sicht eröffnet die Diskussion aber auch eine weitergehende Frage: Wie können die Bedürfnisse der ambulanten Pflege künftig grundsätzlich stärker in der Mobilitätsplanung berücksichtigt werden?
Nachhaltige Verkehrsplanung
Ambulante Pflege ist Teil der kommunalen Daseinsvorsorge. Jeden Tag sind Pflegekräfte in der ganzen Stadt unterwegs, um Menschen in ihrem Zuhause zu versorgen. Ob Busspuren, Baustellenmanagement, Verkehrsführungen, Parkregelungen oder digitale Informationen zu Straßensperrungen: Viele verkehrspolitische Entscheidungen beeinflussen unmittelbar, wie zuverlässig diese Versorgung erfolgen kann.
Deshalb wünschen wir uns, dass die Perspektive der ambulanten Pflege künftig frühzeitig in Planungsprozesse einbezogen wird. Es geht nicht darum, Mobilitätsformen gegeneinander auszuspielen. Ein leistungsfähiger ÖPNV und eine verlässliche ambulante Versorgung sind gleichermaßen wichtig für eine lebenswerte Stadt.
Gelungene Versorgung im Quartier sichern
Die Zahl pflegebedürftiger Menschen wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Umso wichtiger ist es, Mobilität nicht nur unter Verkehrs- und Umweltaspekten zu betrachten, sondern auch unter dem Gesichtspunkt der Versorgungssicherheit.
Wer Mobilität plant, sollte auch die Pflege mitdenken. Denn Mobilität ist nicht nur Verkehrspolitik. Mobilität ist auch Pflegepolitik!