Der Wünscheerfüller

Altenpflege bedeutet, sich um das leibliche Wohl von Bewohnerinnen und Bewohnern zu kümmern. Das gelingt besonders gut, wenn man wie im Marienheim die Speisen in der eigenen Küche zubereitet und flexibel auf Wünsche eingehen kann.

Heute gibt es für alle Rinderroulade mit Rotkohl und Klößen. Auf besonderen Wunsch einer Bewohnerin, die Geburtstag hat. „Wir erfüllen hier jeden Wunsch – Reibeplätzchen, Sauerbraten, Eintöpfe sind am beliebtesten“, berichtet Ondrej Blaho. „Den richtigen Geschmack zu treffen, das ist die große Herausforderung“, erzählt er. Als Koch und Hauswirtschafter versorgt er 83 Bewohner und Bewohnerinnen im Marienheim. Essen ist in Pflegeheimen immer ein neuralgischer Punkt – daher ist es gut, wenn man eine eigene Küche hat, Speisen frisch zubereiten und Verbesserungsvorschläge umsetzen kann. Neben dem Marienheim wird für Hiltruper Bürger des offenen Mittagstisches, für die Gäste der Tagespflege St. Clemens und für Bewohner des Meyer-Suhrheinrich-Hauses frisch gekocht. Insgesamt werden täglich ca. 150 Mittagessen zu bereitet

Ondrej Blaho arbeitete nicht immer im Marienheim in Münster-Hiltrup. In seiner Heimat, der Slowakei war er seit seinem siebzehnten Lebensjahr als Koch in Hotels und Restaurants tätig. Irgendwann kam er nach Deutschland und war hier in Münster in verschiedenen guten à la Carte Restaurants angestellt. Doch mit den Jahren ist die Arbeit nicht nur körperlich, sondern auch psychisch belastend geworden. Als Koch arbeitet man ständig gegen die Zeit.

Seine Familie bekam ihn kaum noch zu Gesicht. Irgendwann hatte Herr Blaho genug davon und wechselte in eine Großküche, die Schulen und Kindergärten mit Essen versorgt. „Bis dahin musste ich an Sonn- und Feiertagen arbeiten. In der Großküche hatte ich endlich geregelte Arbeitszeiten“, berichtet der Koch. Allerdings bekam er dort die Menschen, die sein Essen verspeisten, nie zu Gesicht. Das fehlte ihm, auch das Arbeiten im Akkord gefiel ihm nicht. „Pro Tag haben wir 10.000 Essen gekocht“, berichtet der gebürtige Slowake.

Seit vier Jahren arbeitet er nun im Marienheim. Hier kennt er seine Kundinnen und Kunden und holt sich Rückmeldungen ein. „So arbeite ich daran, immer besser zu werden“, berichtet Herr Blaho. Auch die Arbeitszeiten sind familienfreundlich:  er arbeitet von montags bis freitags in der Zeit von 6:30 Uhr bis 14:45 Uhr. Die anderen Kollegen arbeiten im Schichtdienst: eine Woche früh, eine Woche spät und jedes zweite Wochenende. Die Arbeitszeit lässt sich mit seinem Familienleben sehr gut vereinbaren. „Für meine Tochter war das toll, denn sie hat mich endlich mal tagsüber gesehen“, sagt der humorvolle Koch rückblickend.

Ein Koch wäre kein guter Koch, wenn er nicht immer mal wieder etwas Neues ausprobieren würde. „Kürzlich habe ich einen Sushi-Kurs besucht. Damit brauche ich den Bewohnerinnen und Bewohnern nicht zu kommen. Vermutlich erst in 20 Jahren“, sagt er lachend.

 

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