Vom FSJ in den ambulanten Dienst

„Ich finde, dass die Schulen mehr fürs FSJ werben sollten“, berichtet Mia Lipke. Die 19-Jährige ist seit Oktober 2017 Auszubildende beim ambulanten Pflegedienst des ASB Münsterland.

Ein FSJ gibt Orientierung

Nach der Realschule wusste Frau Lipke nicht so recht, was sie beruflich machen sollte. Freunde berichteten ihr von der Möglichkeit, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren. „Man lernt viele soziale Bereiche kennen, nicht nur die Pflege. Und man lernt, mit den Menschen umzugehen und zu kommunizieren“, erzählt sie. „Als erstes habe ich den Bereich der Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz kennengelernt. Man kommt gut in Kontakt zu den Menschen und hat viel Freiraum, was die Alltagsgestaltung betrifft. Für mich war das ein guter Einstieg, um zu lernen, wie man mit der Veränderung bei den Menschen umgeht.“

Danach begann sie ihre Ausbildung beim ASB. „Das Schöne an der ambulanten Pflege ist, dass man Menschen darin unterstützen kann, so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden zu bleiben“, berichtet Mia Lipke.

Während der Ausbildung gut begleitet

Wenn Mia Lipke mit ihrer Praxisanleitung auf Tour zu den Kundinnen und Kunden des ASB ist, bespricht sie das, was sie gerade mit den Pflegebedürftigen erlebt hat. Im Austausch kann sie so das Erlebte reflektieren, bekommt ein direktes Feedback und lernt, immer selbstsicherer zu werden.

„Anfangs war es schwierig für mich, meine Rolle im Job zu finden. Nach vier Monaten kann ich sagen, dass es gut ist, wie es ist. Ich wurde hier nicht ins kalte Wasser geworfen, sondern von den Fachkräften gut an die Hand genommen. Man hat mich gefragt, ob ich mir bestimmte Sachen zutraue. Wenn nicht, ist das am Anfang auch in Ordnung. Erst einmal habe ich alle Abläufe beobachtet und habe dann nach und nach selber Dinge ausprobiert, zum Beispiel Kompressionsstrümpfe angezogen,“ berichtet Mia Lipke.

Mit Freude auf Tour zu den Kunden

Für Frau Lipke kommt eine Arbeit in einem Pflegeheim nicht in Frage. Ihr gefällt es, von Kunde zu Kunde zu fahren, im Auto durchatmen zu können, um sich dann wieder beim nächsten Kunden voll und ganz auf ihn und seine Situation einzustellen. Außerdem findet es Mia Lipke spannend, verschiedene Haushalte kennenzulernen. „Manchmal komme ich in Wohnungen, in denen sich so einiges angesammelt hat. Wir können den Menschen Unterstützung anbieten, z.B. dass eine Haushaltshilfe kommt.“  Letztendlich muss man aber akzeptieren, wie die Menschen leben.

Dreijährige Ausbildung

Die Ausbildung zur Pflegefachkraft dauert drei Jahre. Nach bestandenem Examen wird Mia Lipke ihre eigenen Touren fahren. Dann wird sie vor Ort bei den Kundinnen und Kunden eigenständig arbeiten und Entscheidungen treffen müssen. Doch ganz alleine ist sie nie: denn beim ASB gibt es im Hintergrund immer Fachleute, die sie ansprechen kann, wenn es einen Notfall geben sollte.

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